Besser mit Tarifvertrag – auch für Frauen

veröffentlicht am 25. September 2013

Auf der Seite des Lohnspiegel ist ein sehr interessanter Link zum „Frauen-Lohn Spiegel“ sowie zu „Frauengehälter niedrig“ und „Frau und Beruf“ enthalten, die unter anderem auch die Bruttomonatsverdienste ohne Sonderzahlungen in ausgewählten Berufen enthalten. Basis dieser Analysen ist ein Online-Fragebogen, der von den Besucherinnen auf der Webseite ausgefüllt werden kann und vom WSI analysiert wurde.

Gleichzeitig findet Ihr darin Untersuchungen, die zeigen:

Beschäftigte in Betrieben mit Tarifverträgen haben deutlich günstigere Einkommens- und Arbeitsbedingungen als ihre Kolleginnen und Kollegen in nicht tarifgebundenen Betrieben. Die tarifgebundenen Beschäftigten sind auch deutlich zufriedener als ihre Kollegen aus nicht tarifgebundenen Betrieben. Die Auswertung kommt im Einzelnen zu folgenden Ergebnissen:

Einkommen

In tarifgebundenen Betrieben liegt das Monatseinkommen zum Beispiel von Kfz-Mechanikerinnen und Kfz-Mechanikern mit durchschnittlich 2.830 Euro rund 590 Euro über dem Gehalt ihrer Kolleginnen und Kollegen in nicht tarifgebundenen Betrieben mit durchschnittlich 2.240 Euro.

Sonderzahlung

80 – 81 Prozent der Beschäftigten in tarifgebundenen Betrieben erhalten ein tarifliches Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld, in den nicht tarifgebundenen Betrieben sind es dagegen nur 47 Prozent.

Arbeitszeit

Die vertragliche Wochenarbeitszeit beträgt in tarifgebundenen Betrieben durchschnittlich 38,3 Stunden, in den nicht tarifgebundenen ist sie mit 39,6 Stunden deutlich länger. Bei der tatsächlichen Wochenarbeitszeit fällt der Unterschied noch größer aus. Sie beläuft sich in tarifgebundenen Betrieben auf 41,7Stunden, in den nicht tarifgebundenen dagegen auf 43,7 Stunden.

Überstunden

Mehr als jede/r zweite Beschäftigte arbeitet im Allgemeinen länger als vertraglich vereinbart. In den nicht tarifgebundenen Betrieben werden 38 Prozent der Beschäftigten die Überstunden gar nicht vergütet, in den tarifgebundenen beläuft sich dieser Anteil nur auf 19 Prozent.

Zufriedenheit

Die Zufriedenheit mit der Bezahlung fällt generell nicht besonders hoch aus. Beschäftigte in nicht  tarifgebundenen Betrieben sind zu fast 70 Prozent überhaupt nicht oder nicht zufrieden mit ihrer Bezahlung, in tarifgebundenen Betrieben fällt der Anteil mit 48 Prozent deutlich niedriger aus.

Das Projekt „LohnSpiegel“ erhebt und analysiert die Einkommens- und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Deutschland. Es ist Bestandteil des internationalen Wage-Indicator-Netzwerks, an dem Projekte aus 65 Ländern mit gleicher Zielrichtung beteiligt sind. Die LohnSpiegel-Daten werden im Rahmen einer kontinuierlichen Online-Erhebung ermittelt, an der sich die Besucherinnen und Besucher der Webseite „www.lohnspiegel.de“ freiwillig und anonym beteiligen können. Zurzeit bietet der LohnSpiegel einen Gehalts-Check für rund 370 Berufe.

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