Erfolgreicher 16-Stunden-Streik bei MA Automotive

veröffentlicht am 15. Juni 2016

Über die Spät- und die Nachtschicht folgten insgesamt rund 100 Beschäftigte am 14. und 15. Juni 2016 trotz massiver Einschüchterungsversuche und Drohungen der Geschäftsführung dem 16-stündigen Warnstreik der IG Metall bei dem vogtländischen Automobilzulieferer MA Automotive Deutschland GmbH in Treuen. Das Unternehmen beliefert namenhafte deutsche Automobilkonzerne wie BMW und Daimler mit Karosserieteilen. Zwischen 14 Uhr und 06 Uhr morgens wurde durch eine Streikversammlung vor dem Werkstor und mehrere Informationsstände vor weiteren Zufahrtsstraßen des Betriebs der Warnstreik durchgeführt. Die Streikteilnehmer haben dabei von ihrem Recht, die Beschäftigten über ihr Anliegen und die Forderung der Tarifbewegung zu informieren, Gebrauch gemacht. Dringlicher und notwendiger Verkehr wurde dabei in enger Abstimmung mit der Polizei zu keinem Zeitpunkt behindert.

Neben einer Delegation der IG Metall-Vertrauensleute des BMW-Werkes Leipzig beteiligten sich mehrere Betriebsratsvorsitzende regionaler Betriebe an der Arbeitskampfmaßnahme und drückten ihre Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen aus. Die Gewerkschaft schätzt ein, dass der wirtschaftliche Druck auf das Unternehmen notwendig war, um die Geschäftsführung zurück an den Verhandlungstisch zu holen und die massiven Angriffe auf die grundgesetzliche Koalitionsfreiheit der Beschäftigten zu unterbinden. In der Vergangenheit wurde bereits mehrfach Gewerkschaftsmitgliedern mit Konsequenzen wie einer Standortverlagerung sowie Abmahnungen und Versetzungen gedroht. Gegen den Betriebsratsvorsitzenden läuft ein arbeitsgerichtliches Verfahren zur fristlosen Kündigung.

Stefan Kademann, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau, erklärt hierzu: „Es ist stark, dass viele Kolleginnen und Kollegen den Einschüchterungen und der Hetze der Geschäftsführung trotzten und so ihrer Forderung nach einem Tarifvertrag bei MA Automotive Nachdruck verliehen haben. Dass die Geschäftsführung während des Warnstreiks und in direktem Anschluss Streikteilnehmenden mit Kündigung und Konsequenzen droht, zeugt erneut vom fehlenden Rechtsverständnis des Geschäftsführers Ulrich Bogatzki. Mich schockiert dieses massive Unrechtsbewusstsein. Wir sind bereit den Arbeitskampf bei MA Automotive zu intensivieren, wenn die Geschäftsführung sich weiterhin Tarifverhandlungen verweigert. Wir werden nicht akzeptieren, dass Grundrechte von Beschäftigten mit Füßen getreten werden. Hier dürfen auch die Kunden von MA, insbesondere Daimler und BMW nicht länger tatenlos zuschauen.“

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