Weitere Eskalation in Tarifkonflikt bei der SBG in Neumark

veröffentlicht am 15. Mai 2018

Auch die vierte Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt bei der Sächsisch-Bayrischen Starkstrom-Gerätebau GmbH in Neumark brachte nicht den erhofften Durchbruch. Da sich die Geschäftsführung nach wie vor weigert, eine Entwicklung der Grundentgelte sicherzustellen, die im Gesamtvolumen der Entwicklung der Flächentarifverträge entspricht, ruft die IG Metall am 15. Mai 2018 erneut zu Warnstreiks auf. Wie bereits bei der ersten Warnstreikwelle am 19. April 2018, sind auch dieses Mal zwei Schichten über mehrere Stunden hinweg zum Warnstreik aufgerufen. Die IG Metall fordert die Geschäftsführung der SBG auf, ihre Blockadehaltung zu beenden und ein annehmbares Angebot vorzulegen.

Florian Hartmann, betreuender Gewerkschaftssekretär, zum Angebot des Arbeitgebers: „Das von der Geschäftsführung angebotene materielle Volumen liegt immer noch deutlich hinter unseren Forderungen. Der Arbeitgeber hat sein Angebot zwar auf den ersten Blick nachgebessert, unter dem Strich steht aber immer noch ein deutliches Minus gegenüber der Grundentgeltentwicklung in der Fläche“. Gemäß ersten Berechnungen der IG Metall würden die Beschäftigten je nach Entgeltgruppe über die gesamte Laufzeit im Grundentgelt zwischen 1.300 € bis 2.100 € weniger verdienen, als ihre Kolleginnen und Kollegen in der Fläche. Hartmann weiter: „Das ist aber noch nicht alles. Frei dem Motto »Ein Schritt vor, zwei Schritte zurück« wurden das leicht verbesserte Angebot durch neue Gegenforderungen wieder deutlich relativiert. Das durchschnittliche Leistungsentgelt soll für die gewerblichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abgesenkt werden. Außerdem soll die Entgeltsicherung für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gestrichen werden. Bleiben diese Punkte auf dem Tisch und wird die Lücke bei der Entwicklung der Grundentgelte nicht geschlossen, stehen uns überaus schwierige und konfliktreiche Verhandlungen bevor.“

Im Rahmen der Warnstreiks wird die IG Metall mit den Mitgliedern über das Angebot des Arbeitgebers und das weitere Vorgehen beraten. Hartmann, zu den Erwartungen der IG Metall Zwickau: „Verhandlungen und Warnstreiks sind für uns kein Selbstzweck oder bloße Folklore. Die Kolleginnen und Kollegen wollen eine zeitnahe Tarifeinigung. Sollte diese in den nächsten Verhandlungen nicht zu Stande kommen, werden wir weitere Maßnahmen ergreifen müssen. Wir werden die Beschäftigten im Rahmen des Warnstreiks daher auch über Ablauf und Folgen einer etwaigen Urabstimmung informieren.“

Die Frühschicht wird ab 9 Uhr und die Kolleginnen und Kollegen der Spätschicht ab 14 Uhr ihre Arbeit niederlegen. Von 9 Uhr bis ca. 10 Uhr sowie von 14 Uhr bis 15 Uhr und gegen 17 Uhr sind Kundgebungen vor dem Werkstor geplant. Nach der Kundgebung treffen sich die Kolleginnen und Kollegen zum gemeinsamen Austausch über die Situation und diskutieren die nächsten Schritte.

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