Wir starten die Aktionswoche: Es ist Zeit für die Angleichung!

veröffentlicht am 22. Oktober 2018

Zwickau – 28 Jahre nach der Wiedervereinigung arbeiten die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie im Osten pro Jahr immer noch rund einen Monat länger als im Westen. Vor dem Hintergrund einer spürbar veränderten Arbeitsmarktsituation müssen Unternehmen attraktive Arbeitsbedingungen anbieten, um Nachwuchs- und Fachkräfte zu binden. Produktivität im Zeitalter der Industrie 4.0 entwickelt sich nicht durch überlange Arbeitszeiten, sondern durch intelligente Arbeitszeitmodelle, die familien- und gesundheitsgerecht sind.
Die IG Metall und die Arbeitgeberverbände für Berlin-Brandenburg (vme) und für Sachsen (VSME) haben in der Tarifrunde 2018 eine Gesprächsverpflichtung zur Angleichung der Arbeitsbedingungen in Ostdeutschland vereinbart. Nach ersten Sondierungen im Frühsommer wurden ab Ende August Gespräche mit den Verbänden aufgenommen und ein Gesprächsfahrplan bis Ende 2018 vereinbart.

„Wir wollen bis Ende 2018 belastbare Eckpunkte erreichen, auf deren Grundlage Anfang 2019 Tarifverhandlungen aufgenommen werden sollen“, sagte Olivier Höbel, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Der Flächentarifvertrag ist die richtige Ebene, um durch konstruktive Verhandlungen einen wichtigen Baustein der sozialen Einheit zu setzen. Die Beschäftigten verfolgen aufmerksam, ob auf diesem Wege Ergebnisse zu erreichen sind.“
Thema der ersten Gespräche war die Analyse der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die IG Metall hat deutlich gemacht, dass die Angleichung der Arbeitszeit Ost auf der Tagesordnung steht. Die absehbaren Veränderungen unserer Arbeitswelt erfordern neue, innovative Wege. Produktivität und bessere, kürzere Arbeitszeiten sind dabei kein Gegensatz. Mit einem differenzierten und flexiblen Einführungsmodell der 35-Stunden-Woche im Osten hat die IG Metall einen Vorschlag auf den Tisch gelegt, der auf unterschiedliche Leistungsfähigkeiten der Betriebe Rücksicht nimmt.

„In den Belegschaften hat in den vergangenen Jahren ein intensiver Diskussionsprozess über gute Arbeit und gutes Leben stattgefunden“, so Höbel. „Die Perspektive einer Angleichung der Arbeitsbedingungen durch eine Arbeitszeitverkürzung im Osten hat dabei eine herausragende Rolle gespielt. Diese Diskussion wird auch im Mittelpunkt von betrieblichen Aktionstagen in dieser Woche stehen.“

Thomas Knabel, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau ergänzt: „Unsere Mitglieder in den Betrieben stehen für die anstehenden Aktionen bereit, weil sie zurecht jetzt eine Lösung der Ost-Angleichung erwarten. Es wurde in den vergangenen Monaten viel geredet, nun müssen sich die Arbeitgeber zu konkreten Lösungen bewegen.“

An der vom 22.-24. Oktober 2018 im gesamten Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen stattfindenden Aktionswoche beteiligen sich auch tarifgebundene Betriebe der IG Metall Zwickau. Über unsere betrieblichen Aktionen berichten wir u.a. auf Facebook unter https://www.facebook.com/IGMetallZwickau/

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