03.12.2025 | Unsere Aktionswoche zum Auftakt der Betriebsratswahlen 2026 hat ein klares Signal gesetzt: Die Beschäftigten lassen sich trotz wirtschaftlich stürmischer Zeiten nicht einschüchtern. Sie wollen ihre Rechte kennen und ihre Zukunft selbst gestalten – gerade, wenn Unsicherheit und Druck zunehmen.
Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigt nicht zuletzt der Tarifabschluss in der Kontraktlogistik – trotz schwieriger Rahmenbedingungen erhalten mehr als 800 Beschäftigte bei Schnellecke, Rhenus und BLG stufenweise Entgelterhöhungen auf bis zu 2.900 Euro, zusätzliche Einmalzahlungen und freie Tage. Solche Ergebnisse entstehen nicht von allein – sie sind das Ergebnis von Mut, Solidarität und starker Interessenvertretung.
Mit dieser Botschaft im Gepäck lud die IG Metall Zwickau zur aktiven Pause vor den Werkstoren oder ging zum Gespräch in die Pausenräume: Bei Mahle Industries (Heinsdorfergrund und Mylau), Kobra Formen (Lengenfeld), Adient (Meerane) und KEB Antriebstechnik (Schneeberg) gab es neben einem heißen Getränk und einem Snack Aufklärung über Mitbestimmungsrechte und Tarifbindung. Mit dabei waren auch Betriebsräte und Vertrauensleute, die aus eigener Erfahrung in der Arbeitnehmervertretung wissen, dass es sich lohnt, nicht alle Entscheidungen der Chefetage widerspruchslos hinzunehmen.
Manche Geschäftsführung ließ es sich nicht nehmen, eben diese Aufklärung der Beschäftigten im Vorfeld torpedieren zu wollen – in zwei Fällen mussten die Zutrittsrechte der Gewerkschaft durch die Arbeitsgerichte abgesichert werden.
Die aktuelle Umbruchphase in Wirtschaft und Gesellschaft macht deutlich: Es braucht starke Betriebsräte für die anstehenden Auseinandersetzungen. Dafür sind mutige Menschen notwendig, die für andere einstehen und die Stimme erheben. „Mitbestimmung bedeutet, die Interessen der Belegschaft zu sichern, Arbeitsbedingungen zu gestalten und Entscheidungen nicht allein der Chefetage zu überlassen. Sie schafft Transparenz, verhindert Willkür und sorgt dafür, dass die auf uns alle zukommenden Veränderungen nicht allein auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden“, sagt Gewerkschaftssekretär Stefan Fischer.
Die Aktionswoche wurde von einer Plakatkampagne begleitet: Beschäftigte aus der Region standen mit ihrem Namen und Gesicht für Mitbestimmung ein – als Botschafter auf A1-Plakaten und Großflächen in ganz Zwickau.
Die regulären Betriebsratswahlen finden alle vier Jahre statt, das nächste Mal im Zeitraum vom 1. März bis 31. Mai 2026. Unabhängig davon können Beschäftigte,
die bislang keinen Betriebsrat haben, jederzeit ein solches Gremium wählen.
Laut Betriebsverfassungsgesetz können Beschäftigte in einem Betrieb ab fünf Arbeitnehmern einen Betriebsrat gründen.
Weitere Informationen zur BR-Wahl unter Betriebsratswahlen: Das sollte man wissen
In Sachsen haben nur 36 Prozent der Beschäftigten eine Arbeitnehmervertretung. Damit gehört der Freistaat bundesweit zu den Schlusslichtern in punkto Betriebsrat.