26.11.2025 | Mit unserer Aktionswoche zu den anstehenden Betriebsratswahlen zeigen engagierte Metallerinnen und Metaller, dass sie sich nicht einschüchtern lassen und Mitbestimmung nie wichtiger war - gerade weil es stürmische Zeiten sind! Gestern und heute waren wir mit betrieblichen Kolleginnen und Kollegen sowie Hauptamtlichen der IG Metall im Vogtland und in Meerane vor Ort.
Auftakt in unsere Aktionswoche Betriebsratswahlen 2026! Noch lange hin?! Von wegen, denn die Vorbereitungen laufen längst, wie bei Mahle Industries am Kalten Feld in Heinsdorfergrund. Der Betriebsrat informierte die Kolleginnen und Kollegen der Früh- und Spätschicht am Dienstag über die anstehenden BR-Wahlen und warb für die Persönlichkeitswahl anstelle einer Listenwahl. Am Mittwochmorgen ging es weiter. Auch am zweiten Standort in Mylau waren wir vor Ort und führten viele gute Gespräche.
Bei einem weiteren Betrieb im Vogtland gestaltet sich Mitbestimmung entschieden schwieriger, wie der Betriebsrat um den Vorsitzenden Manuel David seit seiner Gründung vor fünf Jahren andauernd zu spüren bekommt. Doch auch, wenn die Geschäftsführung von Kobra Formen in Lengenfeld - gelinde ausgedrückt - alles andere als gewerkschaftsfreundlich ist: Zahlreiche Kollegen aus der Produktion ließen sich nicht davon abhalten, am Dienstag und Mittwoch zur aktiven Pause vor das Werkstor zu kommen.
Im Gespräch mit aktiven Vertrauensleuten und Betriebsräten von Clarios und Volkswagen wurde deutlich: Nur gemeinsam und mit vielen ist etwas zu bewegen. Auch im Betrieb konnten wir in den Pausen eine Reihe interessierter Kollegen ansprechen und über Tarifbindung informiert. Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an unsere ehrenamtlichen Unterstützer aus den Betrieben, die gemeinsam mit dem Team der Geschäftsstelle Zwickau sowie weiteren Hauptamtlichen der IG Metall aus anderen Geschäftsstellen der Kälte getrotzt haben, um ehrlich ins Gespräch zu kommen.
Bei Adient im Gewerbepark Meerane waren wir bewusst mit einem sehr vielfältigen Team am Start. Bei dem Automobilzulieferer arbeiten Menschen aus mehr als 20 Nationen. In nicht wenigen Herkunftsländern ist das Konzept Gewerkschaft schlicht unbekannt. Um das zu ändern und nicht an Sprachbarrieren zu scheitern, hatten wir Metallerinnen und Metaller dabei, die die Beschäftigten über ihre Mitbestimmungsrechte u.a. auf Tschechisch, Polnisch, Arabisch oder Farsi aufklären konnten. Tatkräftig unterstützt wurden sie vom Betriebsrat.
Am Donnerstag ist zum Abschluss am Morgen nochmal eine Aktion bei Adient geplant. Parallel finden Pausenansprachen und Vor-Tor-Gespräche bei KEB Antriebstechnik in Schneeberg statt - auch in diesem Betrieb ist man von gelebter Sozialpartnerschaft und Mitbestimmung auf Augenhöhe noch weit entfernt. Im Westen zahlt das Unternehmen wie selbstverständlich nach Flächentarif. Im Osten will sich die Geschäftsleitung noch nicht einmal für einen Haustarifvertrag mit ihren Beschäftigten an den Verhandlungstisch setzen.