15.12.2025 | Gegen den teilweise heftigen Widerstand von Unternehmerverbänden hat die sächsische CDU-Landtagsfraktion endlich den Weg frei gemacht für eine Bildungszeit auch in Sachsen. Ab 2027 soll es einen Rechtsanspruch auf drei Tage Bildungszeit geben. Außer in Sachsen und Bayern gibt es diese Freistellung zur Qualifizierung in allen anderen Bundesländern, in der Regel sind es 5 Tage und das bereits seit Jahren.
Zur Entscheidung der sächsischen CDU-Landtagsfraktion erklärt Jan Otto, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen:
„Bei Bildung gibt’s keine zwei Meinungen: Wir brauchen mehr – und sie muss für alle erreichbar sein. Ich begrüße sehr, dass die CDU einer Blockade bei der Bildungszeit nun eine Absage erteilt hat. Gerade mit Blick auf den demografischen Wandel und die großen gesellschaftlichen Herausforderungen ist klar: Wir brauchen mehr Menschen, die sich weiterbilden und qualifizieren. Und das heißt nicht nur beruflich, sondern auch politisch und fürs Ehrenamt. Dass Kolleginnen und Kollegen im Freistaat – neben Bayern – bisher Urlaub nehmen mussten, um sich für ihren Dienst an der Gesellschaft fit zu machen, gehört bald endlich der Vergangenheit an. Ein guter Schritt für Sachsen!“
Das Bündnis „5 Tage Bildungszeit für Sachsen“, an dem sich auch die DGB-Gewerkschaften beteiligen, hat sich seit Jahren für einen gesetzlichen Anspruch auf Bildungszeit im Freistaat eingesetzt. An Unterschriftensammlungen zu einem Volksantrag beteiligten sind rund 70 Bündnispartner. Mehr als 55.000 Unterschriften wurden gesammelt, woraufhin die Forderung Eingang in den aktuellen Koalitionsvertrag fand.
Lange war offen, ob der vereinbarte Kompromiss von drei Tagen Bestand haben würde. Am Dienstag hat die CDU-Fraktion im sächsischen Landtag mehrheitlich zugestimmt, den Rechtsanspruch auf drei Tage Bildungszeit ab 2027 wie vorgesehen einzuführen.
Freie Presse, 11. Dezember 2025
mdr, 11. Dezember 2025 - mit Hörfunkmeldung