IG Metall Zwickau
https://igm-zwickau.de/aktuelles/meldung/die-to-do-liste-fuer-die-neue-bundesregierung/
19.10.2021, 23:10 Uhr

Bundestagswahl 2021

Die To-Do-Liste für die neue Bundesregierung

  • 11.10.2021
  • Aktuelles

Für Beschäftigte steht im Koalitionspoker viel auf dem Spiel. Die neue Regierung muss massiv investieren, das Land gerechter machen, den klimafreundlichen Umbau der Industrie vorantreiben. Sonst gehen Jobs und Perspektiven verloren. Wir erklären die dringendsten Aufgaben.

Es geht um die Stahlkocher in NRW und im Saarland, um Mechanikerinnen bei Volkswagen und Bosch, um Ingenieurinnen und Ingenieure in den Windkraftunternehmen.

Es geht um Millionen Beschäftigte in ganz Deutschland.

Die nächste Bundesregierung steht vor gewaltigen Aufgaben: Ein ganzes Industrieland soll klimaneutral werden, in nur wenigen Jahrzehnten. Die Bundesrepublik soll ihren Rückstand bei der Digitalisierung aufholen. Zukunftstechnologie soll hierzulande stattfinden, nicht anderswo.

All das steht zur Debatte, wenn die Parteien nun über eine neue Bundesregierung verhandeln.

Fairer Wandel

Aus Sicht der Beschäftigten ist klar: Der Umbau muss fair ablaufen. Sozial und ökologisch. Es darf keine De-Industrialisierung mit massenhaften Jobverlusten geben. Sondern Sicherheit im Wandel und Brücken in die Arbeitswelt von morgen.

Die IG Metall hat untersucht, wie das funktionieren kann. Gestützt auf das Wissen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in tausenden Unternehmen quer durchs Land.

Das Ergebnis: vier zentrale Aufgaben, die in den kommenden vier Jahren anstehen – eine „To-Do“-Liste für die neue Regierung.

 

Das ist die To-Do-Liste für die nächste Bundesregierung:

1. Sichere Brücken in die Arbeitswelt von morgen – keine Entlassungen

Neue Wertschöpfung und Beschäftigung muss hierzulande entstehen, an den heutigen Unternehmensstandorten. Dazu brauchen es:

  • Anspruch auf eine zweite Ausbildung
  • Transformationskurzarbeitergeld
  • menschengerechte Übergänge in den Ruhestand
  • Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren


2. Industriepolitik für zukunftsfähige Arbeitsplätze mit guter Arbeit

Der Staat muss die Ansiedlung und Industrialisierung von Schlüsseltechnologien wie Halbleitern, Batteriezellen und Wasserstoff fördern. Dafür muss gelten:

  • Förderung nur bei verbindlichen Investitions- und Beschäftigungszusagen
  • verbindliche Quoten für Ausbildung, mit gesicherter Übernahme
  • konkreter Plan, mit Zukunftstarifvertrag, Qualifizierung und Mitbestimmung


3. 500 Milliarden Euro öffentliche Investitionen bis 2030

Die neue Bundesregierung muss für die Umstellung auf klimafreundliche Produkte massiv und zügig in die Infrastruktur investieren:

  • Turboausbauplan für Elektro-Ladesäulen, Wasserstoff und weitere CO2-freie Antriebe
  • Transformationsfonds für die Stahlindustrie in Höhe von 30 Milliarden Euro bis 2030 und für weitere Branchen und kleine und mittlere Unternehmen
  • Ausbau der erneuerbaren Energien auf 70 Prozent bis 2030


4. Solidarische Finanzierung

Für die nötigen Zukunftsinvestitionen braucht es einen handlungsfähigen Staat. Heißt:

  • Reform des Steuersystems: höhere Steuern für Reiche und Vermögende, Entlastung der unteren und mittleren Einkommen
  • Tarifvertrag als Voraussetzung bei öffentlicher Auftragsvergabe

In unserem Forderungskatalog findet ihr alle Forderungen nochmal auf einen Blick.


Aktuelles

WIR in der IG Metall

  • Kai Heuer

    Bosch Buderus Thermotechnik, Neukirchen

    Ich bin in der IG Metall, weil ich finde, dass man die Interessen der Arbeitnehmer nicht anderen überlassen sollte.

  • Michael Eißmann

    ehem. BR Vorsitzender GKN Driveline, Zwickau

    Ich bin in der IG Metall, weil nur mit einer starken Arbeitnehmerorganisation gute Arbeits-und Lebensbedingungen gestaltet werden können!

  • Ronny Ott

    Schnellecke Logistics Sachsen GmbH, Glauchau

    Ich bin in der IG Metall, weil Sicherheit und soziale Errungenschaften nicht selbstverständlich sind.

  • Mathias Faßke

    Vogtländisches Kabelwerk, Plauen

    Ich bin Mitglied in der IG Metall, denn um so mehr IG Metaller, desto wirkungsvoller können wir unsere Interessen durchsetzen. Für ein gutes Leben. Nur gemeinsam sind wir "Stark".

  • Dieter Kuppi

    Eisenwerk Erla GmbH, Schwarzenberg

    Ich bin in der IG Metall, weil ich mich aktiv an der Verbesserung der Situation der Leiharbeiter beteiligen will.

Pinnwand

  • Mitglied werden in der IG Metall
  • "Mein Leben - Meine Zeit" - Die Arbeitszeitkampagne der IG Metall
  • Aufstehen gegen Rassismus
  • "Die Würde des Menschen ist unantastbar!"
  • IG Metall Servicegesellschaft - Vorteile für Mitglieder der IG Metall