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23.09.2021, 19:09 Uhr

CORONA UND FAMILIE

Frauen reduzieren ihre Arbeitszeit deutlich mehr

  • 09.09.2021
  • Aktuelles

Wenn es um die Betreuung der Kinder oder zu pflegender Angehörigen geht, reduzieren deutlich mehr Frauen ihre Arbeitszeit. Auch Männer haben seit der Corona-Krise oft weniger gearbeitet. Die Gründe unterscheiden sich jedoch je nach Geschlecht. Mit den steigenden Inzidenzzahlen rückt dieses Thema wieder in den Fokus.

Symbolbild - Eine junge Frau zieht ihrem Kind die Schuhe an. Foto: istockphoto

Die Inzidenzzahlen steigen wieder. Begriffe wie 3G sind allgegenwärtig. Während sich viele fragen, was der Herbst wohl bringen mag, stehen insbesondere Familien erneut vor großen Herausforderungen: Schließen die Schulen wieder, ist die Betreuung der Kinder gewährleistet? Wer übernimmt im Fall des Falles und bleibt zuhause?

Noch immer sind es vor allem die Frauen, die diese Belastungen schultern: Denn die Coronakrise hat die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Arbeitswelt an vielen Stellen verstärkt. In einigen Bereichen wird diese wachsende Ungleichheit zwischen den Geschlechtern nachhaltig spürbar bleiben. So zum Beispiel, was die Reduzierung der Arbeitszeit für Betreuungs- und Pflegeaufgaben angeht. Zu Beginn des ersten Lockdowns mussten sich viele Paare entscheiden, wer weniger arbeitet, um die Kinder zu betreuen. Die Wahl fiel meist auf die Person, die weniger verdient und so waren überwiegend die Frauen in der Partnerschaft betroffen. Durchschnittlich verdienen Frauen in Deutschland noch immer 18 Prozent weniger als Männer. 

Langfristige Auswirkungen

Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass 27 Prozent der Frauen mit mindestens einem Kind im Haushalt während der Krise weniger gearbeitet haben. Bei Vätern traf das auf nur 16 Prozent zu. Zur Zeit erholt sich die Wirtschaft nach und nach wieder. Aktuelle Zahlen, wie sich das auf die Arbeitszeitreduzierung Fürsorgeleistender auswirkt, gibt es nicht. Inwiefern sich diese Entwicklung also auch 2021 fortsetzt, muss noch untersucht werden. Fest steht jedoch, dass die Nachwirkungen langfristig spürbar bleiben werden. Denn viele soziale Leistungen hängen vom Nettolohn ab. So ist zum Beispiel die Rente oder das Kurzarbeitergeld von den geringeren Einkommen direkt betroffen.

Auch lässt sich die Arbeitszeit in vielen dieser Fälle nur schwerlich wieder erhöhen – eine Falle, die auch aus der Teilzeitarbeit bekannt ist. Viele Arbeitgeber deuten kürzere Arbeitszeiten als geringeres Engagement. Die Aufstiegsmöglichkeiten sinken somit und auch die Angebote für Weiterbildungen gehen zurück. Entgegen der Annahme vieler Arbeitgeber rührt das Engagement der Frauen, was die Fürsorgearbeit angeht, jedoch häufig von einem institutionell und gesellschaftlich an sie herangetragenen Verantwortungsbewusstsein. 2020 gaben 54 Prozent der befragten Frauen bei einer Studie an, überwiegend die anfallende Kinderbetreuung zu übernehmen.
 

Männer und Frauen reduzieren aus verschiedenen Gründen

Nicht nur Frauen, auch Männer haben ihre Arbeitszeit während der Krise reduziert. Das wird besonders deutlich, wenn man einen Blick auf den sogenannten Gender Time Gap wirft, also die Zeit, die Frauen und Männer jeweils für die Erwerbsarbeitszeit aufbringen. Dieser ist während der Krise gesunken. Laut der Mannheimer Corona Studie sank die tägliche Erwerbsarbeitszeit bei Frauen um 0,8 Stunden, während sie bei Männern sogar um 2,4 Stunden reduziert wurde. Der Wert schwankt jedoch je nach Lebensumstand und Branche. Bei Eltern mit Kindern bis zu 5 Jahren steigt der Gender Time Gap zum Beispiel auf 2,1 Stunden, wobei die Frauen hier mehr reduzieren als die Männer.

Ein Unterschied ist deutlich zu erkennen: Während Männer ihre Arbeitszeit hauptsächlich aus wirtschaftlichen Gründen reduziert haben, arbeiten Frauen überwiegend aus Versorgungsgründen heraus weniger. Auf die Coronapandemie bezogen heißt das, dass mehr Männer von Kurzarbeit betroffen waren, weil sie überwiegend in Berufen arbeiten, die von diesen Maßnahmen betroffen waren. Frauen hingegen gaben in Studien häufiger familiäre Gründe an. Somit ist es wahrscheinlich, dass die Männer mit dem Ende der Kurzarbeit in vielen Branchen auch schneller wieder ihre Arbeitszeit erhöhen werden. Bei Frauen fällt die Prognose schlechter aus, da sie in vielen Fällen auf eigene Initiative hin weniger gearbeitet haben. Zählt man jedoch die Erwerbs- und Fürsorgearbeit zusammen, arbeiten Frauen durchschnittlich mehr als Männer.


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