Jahresabschluss

Gemeinsam stark – Rückblick, Ausblick, klare Haltung: Letzte Delegiertenversammlung 2025

12.12.2025 | Die Delegiertenversammlung 2025 der IG Metall Zwickau war mehr als ein Rückblick auf ein schwieriges Jahr. Sie war ein starkes Signal für Zusammenhalt, Engagement und klare Haltung in stürmischen Zeiten. Von historischen Erfolgen wie der 35-Stunden-Woche bis zu den Herausforderungen der kommenden Betriebsratswahlen: Wir bleiben dran – gemeinsam für die Region und die Menschen.

Rückblick und Ausblick bei der letzten Delegiertenversammlung des Jahres. Erster Bevollmächtigter Thomas Knabel heißt die 80 Delegierten im Zwickauer August Horch Museum willkommen. Fotos: IG Metall Zwickau

Es war nicht nur Krise: Zweiter Bevollmächtigter Florian Hartmann spricht zu aktuellen Tarifabschlüssen in der Kontraktlogistik.

Historische Zäsur: Nach mehr als drei Jahrzehnten kommt die 35-Stunden-Woche.

Danke an Elke Merkel!

Danke an Claudia Schnabel (Mitte) durch Andrea Vogelsang (li.) und Claudia Hennig (re.) vom Frauennetzwerk der IG Metall Zwickau.

Marcel Kuczyk, stellvertretender BR-Vorsitzender bei Schnellecke wurde zum neuen Beisitzer in den Ortsvorstand gewählt.

Neuer Beisitzer im Ortsvorstand der IG Metall Zwickau: Marcel Kuczyk von Schnellecke.

Am Donnerstagabend kamen rund 80 Delegierte zu unserer letzten Delegiertenversammlung des Jahres 2025 zusammen – es war ein starkes Zeichen für Zusammenhalt in einer Zeit voller Herausforderungen! Die Diskussionen spiegelten ein Jahr wider, das der Region alles abverlangt hat: wirtschaftliche Unsicherheit, Druck auf die Zulieferer und die Frage, wie es mit dem VW-Werk Zwickau weitergeht.

"Noch zu Weihnachten 2024 gab es Beifall für die Sicherung des Standorts Mosel bis 2030. Heute wissen wir: Diese Entscheidung bedeutet eben auch Verzicht – nach wie vor aber auch Zukunft für eine ganze Region", sagte Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau.

Historischer Erfolg: Ab 1. Januar gilt die 35-Stunden-Woche 

Deutlich wurde jedoch auch: Trotz dieser schwierigen Lage war 2025 eben nicht nur Krise!  Allein 13 Tarifverträge wurden verhandelt, um die Integration der VW Sachsen GmbH in die Volkswagen AG zum 1. Januar 2026 vorzubereiten. Eine historische Zäsur, die eigentlich ein riesiger Grund zum Feiern wäre, rutscht derzeit völlig aus dem Blickfeld: Am 1. Januar 2026 kommt die 35-Stunden-Woche! Ein Erfolg, für den Generationen gekämpft haben. 

Thomas Knabel: "Bei dieser Frage war klar: Nur wenn wir die Angleichung bei VW durchsetzen, können wir es überall schaffen. Der VW-Betriebsrat hat bei dieser Frage unglaublich Rückgrat gezeigt, die Kolleginnen und Kollegen haben Druck gemacht – vielleicht ist uns gerade nicht nach Feiern zumute, aber dieser Erfolg bleibt historisch! Er ist das Ergebnis von Mut, Solidarität und dem Einsatz vieler, die selbst nichts mehr davon hatten."

Rückblick auf das Jahr: Nicht alles Krise

Es war nicht nur Krise und Gegenwind: Zahlreiche Tarifverhandlungen und Aktionen, die Eröffnung des neuen Gewerkschaftshauses mit einer großartigen Frauentagsveranstaltung zum 8. März, der industriepolitische Aktionstag am 15. März in Leipzig, unser 1. Mai. Dazu kamen Neuanfängerseminare im Sommer, der VL-Herbstcampus in Chemnitz oder zuletzt die Aktionswoche mit Plakatkampagne im Vorfeld der BR-Wahlen.

Ein großes Danke auch an unseren Arbeitskreis Außerbetriebliche Gewerkschaftsarbeit (AGA) - der sich unermüdlich um Geburtstags- und Jubilarbesuche kümmert. "All das ist nur möglich, weil sich viele Kolleginnen und Kollegen ehrenamtlich engagieren – nichts davon ist selbstverständlich. Dieses Engagement ist das Fundament unserer Arbeit", sagte Florian Hartmann, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau.

Blick nach vorn: Haltung zeigen!

2026 stehen die nächsten Betriebsratswahlen an. Nicht nur im VW-Werk, wo drei Listen antreten, darunter auch gewerkschaftsfeindliche Kräfte wie das „Zentrum“, wird es zukünftiger häufiger Listen- statt Personenwahlen geben.

Bei all den Herausforderungen und in Zeiten, in denen Gewerkschaften nie wichtiger waren, verliert die IG Metall bundesweit Mitglieder: Arbeitsplatzabbau, Frust und politische Rahmenbedingungen machen die Lage alles andere als einfach. Umso wichtiger ist es, in diesem Gegenwind Flagge zu zeigen, für die Standorte zu kämpfen und starke Betriebsräte zu haben, die in stürmischen Zeiten standhalten statt einzuknicken.

Dankeschön an zwei besonders verdiente Frauen

Die letzte Delegiertenversammlung des Jahres war auch ein Moment des Dankes. Alle Delegierten erhielten unser traditionelles Räuchermännchen bzw. Weihnachtsmann der erzgebirgischen Holzkunstmanufaktur Köhler – ein begehrtes Zeichen der Wertschätzung, über das sich unsere Delegierten jedes Jahr aufs Neue freuen.

Zwei besonderen Frauen galt ein ganz persönlicher Dank: Elke Merkel und Claudia Schnabel von Schnellecke. Elke hat Geschichte geschrieben: Sie hat maßgeblich den Wechsel des ersten Kontraktlogistikers bundesweit zur IG Metall ermöglicht – der Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute Maßstäbe setzt. „Ich habe keinen Betriebsrat gegründet für mehr Geld oder mehr Urlaub. Ich wollte einfach Gerechtigkeit und wollte mitreden", sagte Elke sichtlich gerührt. 

Ein Danke des Frauennetzwerks ging auch an Claudia Schnabel. Sie tritt aus persönlichen Gründen kürzer, bleibt der IG Metall aber weiterhin verbunden. Danke für viele Jahre Einsatz an diese beiden starken Frauen!

Neuwahl im Ortsvorstand - Marcel Kuczyk von Schnellecke rückt nach

Als Nachrücker für Elke Merkel im Ortsvorstand der IG Metall wurde mit großer Mehrheit Marcel Kuczyk gewählt. Er ist stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Schnellecke und freut sich auf die Arbeit im Gremium. Herzlichen Glückwunsch und willkommen im Ortsvorstand!

Diese Delegiertenversammlung hat gezeigt: Wir stehen zusammen. Für die Region. Für die Menschen. Für eine Zukunft, die wir selbst gestalten. „Wir werden weiter Druck machen, wir werden Haltung zeigen und auch im nächsten Jahr als Gewerkschaft ein Wort mitreden!", so Thomas Knabel zum Abschluss.

Wir wünschen allen Delegierten und Aktiven ein schönes Weihnachtsfest und eine erholsame Zeit zwischen den Jahren. 

Von: cdr

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