26.02.2026 | Unter dem Motto „Sachsens Zukunft entsteht hier“ haben die Beschäftigten von IAV in Stollberg gemeinsam mit ihren Familien ein deutliches Signal an die Geschäftsführung und die Politik gesendet. Am Dienstagabend kamen sie zu einer starken Protestaktion zusammen, um beim Automobil-Entwicklungsdienstleister Druck zu machen für sichere Arbeitsplätze.
Nach ergebnislosen Verhandlungen in den vergangenen Tagen hatte die IG Metall Chemnitz zu einer zentralen Protestversammlung am Standort Stollberg aufgerufen. Damit reagierte sie auf die Ankündigung der IAV-Geschäftsführung, bundesweit rund 1.500 Arbeitsplätze zur Disposition zu stellen. Am Standort Stollberg im Erzgebirge, an dem rund 800 Menschen arbeiten, ist die Verunsicherung besonders groß: Hier bangt derzeit jeder dritte Beschäftigte um seinen Arbeitsplatz. Trotz des tiefgreifenden Wandels in der Branche liegt bislang kein verhandlungsfähiges Angebot des Arbeitgebers zur langfristigen Beschäftigungssicherung vor.
„Wir brauchen eine klare Zusage zur nachhaltigen Beschäftigungssicherung und ein Konzept, das den Standort stärkt“, erklärt Eddie Kruppa, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Chemnitz. Kruppa betont, dass die technologische Kompetenz vor Ort unverzichtbar sei, um die Transformation der Automobilregion Südwestsachsen aktiv zu gestalten. Die IG Metall fordert daher, den Standort fest im „Masterplan Südwestsachsen“ der Landesregierung zu verankern.
Bei der Aktion an der Wendeschleife vor dem Gebäude von IAV in Stollberg im Erzgebirge begrüßte Eddie Kruppa solidarische Delegationen aus dem Volkswagen Fahrzeugwerk Zwickau, dem VW Motorenwerk, Siemens, thyssenkrupp aus Chemnitz, von Joyson Safety Systems in Freiberg, KSG in Gornsdorf, Schaeffler in Limbach, ACPS aus Sankt Egidien, aus dem Logistikpark Stollberg, von Pulsotronic in Niederdorf und vielen weiteren. „Diese starke gemeinsame Präsenz zeigt deutlich: IAV geht uns alle an“, so Eddie Kruppa. „Die Zukunft dieses Standorts hat Auswirkungen auf die gesamte regionale Wertschöpfungskette – auf Ausbildung, Forschung, Zulieferung, Logistik. Und deshalb stehen wir heute Seite an Seite."
Bereits im Januar hatte eine Aktion zur Betriebsversammlung für Aufmerksamkeit gesorgt. Nun wurde der Druck erhöht, um eine klare Zukunftsperspektive zu erhalten.
Seit nahezu drei Monaten verhandeln die IG Metall, die Betriebsräte und die Geschäftsführung der IAV GmbH über die personelle und strategische Ausrichtung des Unternehmens. Sieben Verhandlungstermine später bleibt die Lage unbefriedigend: Ein konsistentes Zukunftskonzept ist nicht erkennbar, verbindliche Zusagen zur Beschäftigungssicherung stehen weiterhin aus.
Mehr Infos hier auf der Homepage der IG Metall Chemnitz
Von: aw/ms