IG Metall Zwickau
https://igm-zwickau.de/aktuelles/meldung/tarifkonflikt-beendet-595-euro-netto-coronapraemie-und-bis-zu-72-prozent-mehr/
29.01.2022, 02:01 Uhr

TARIFRUNDE HOLZ UND KUNSTSTOFF 2021

Tarifkonflikt beendet: 595 Euro Netto-Coronaprämie und bis zu 7,2 Prozent mehr

  • 01.12.2021
  • Aktuelles

Nach knapp achtstündiger Verhandlung per Videoschaltung wurde in den Abendstunden des 30. November der Tarifkonflikt in der sächsischen Holz- und Kunststoffindustrie in der dritten Runde beendet. Die IG Metall und der Verband der Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie Sachsen e.V. (VHKS) einigten sich am Dienstagabend auf Einkommenserhöhungen in der Holzindustrie ab Mai 2022 in zwei Schritten um 5,5 Prozent, die Einkommen der Schreibgerätehersteller steigen um 7,2 Prozent.

Der Druck, den die Kolleginnen und Kollegen (hier im Bild bei Edding V.D. Ledermann in Bautzen) im Vorfeld der dritten Verhandlungsrunde aufgebaut haben, zeigte Wirkung. Nach achtstündiger Verhandlung haben sich IG Metall und Arbeitgeber geeinigt. Foto: IG Metall

Vorausgegangen waren zwei zähe Verhandlungen ohne jegliche Annäherung oder Angebot. Die in Westdeutschland sitzenden Unternehmensleitungen hatten massiv jeglichen Fortschritt mit den sächsischen Unternehmensvertretern blockiert. Die Beschäftigten hatten am Vortag der dritten Verhandlungsrunde in den Betrieben ihre Streikbereitschaft gegen die Blockade der Arbeitgeber bekundet und eine Bewegung der Arbeitgeber eingefordert. Bundesweit wurden in fast allen Tarifgebieten bereits Tariferhöhungen von 4,9 Prozent abgeschlossen.

„Die Arbeitgeber haben die Entschlossenheit der Beschäftigten zunächst ignoriert und dann völlig unterschätzt. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich es nicht mehr gefallen lassen, fremdbestimmt aus dem Westen von der gemeinsamen tariflichen Branchenentwicklung abgehängt zu werden. Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben wir geschlossen Druck gemacht, um ein weiteres Abkoppeln der Einkommen zu verhindern. Wir haben jetzt einen Wendepunkt eingeleitet und unsere Streikbereitschaft demonstriert, damit die Zeiten von Billiglöhnen in Sachsen enden“, sagte Bodo Grzonka, IG Metall-Verhandlungsführer.

„Das Gesamtergebnis ist angesichts der aktuellen Lage akzeptabel. Allerdings hätten wir uns noch einen deutlicheren Schritt zur Angleichung an die Einkommen der übrigen Branche gewünscht. Erfreulich ist die überproportionale Anhebung der Vergütung für die Auszubildenden, denn die nunmehr rund 1000 Euro im Monat im dritten Ausbildungsjahr schaffen eine gute Perspektive für den Nachwuchs in der Branche, die seit langem nach Fachkräften sucht“, so Bodo Grzonka weiter.

Die Ausbildungsvergütungen steigen für die nächsten zwei Jahre zwischen 7,5 und 11 Prozent beziehungsweise 60 bis 100 Euro pro Monat – je nach Ausbildungsjahr.

Ein weiterer Baustein des Ergebnisses ist die Zahlung einer Coronaprämie in Höhe von 595 Euro netto. Auszubildende erhalten 250 Euro. Das Ergebnis umfasst auch die Verdopplung eines betrieblichen Demografiefonds auf künftig 600 Euro pro Beschäftigtem im Jahr. Dieser Fond dient der weiteren Gestaltung alternsgerechter Arbeit oder dem Abfedern von Einbußen bei Altersteilzeit oder zusätzlichen Erholungsschichten.

Im Detail steigen die Einkommen ab 1. Mai 2022 in der Holz- und Kunststoffindustrie Sachsens um 3 Prozent und in der Schreibwarenindustrie um 3,8 Prozent. Eine weitere Erhöhung folgt zum 1. April 2023 – in der Holzindustrie um weitere 2,45 Prozent und in der Schreibgeräteindustrie um weitere 3,23 Prozent. Mit der zweiten Erhöhungsstufe gibt es künftig eine einheitliche und gemeinsame Einkommenstabelle für die bislang unterschiedlichen Bereiche der Holz- und Kunststoff- sowie Schreibgeräteindustrie in Sachsen.

Das sogenannte Facharbeitereckeinkommen beträgt ab 1. Mai 2022 dann 2.485 Euro (Schreibgeräte 2.376 Euro) und ab dem 1. April 2023 für alle 2.546 Euro im Monat.

In der Holz- und Kunststoff- sowie Schreibwarenindustrie in Sachsen arbeiten rund 8000 Beschäftigte in unterschiedlichen Teilbranchen. Die Zahl der tarifgebundenen Beschäftigten beträgt rund ein Viertel. Die meisten Unternehmen orientieren sich am Flächentarifvertrag oder besitzen Haustarifverträge.    


Aktuelles

WIR in der IG Metall

  • Michael Eißmann

    ehem. BR Vorsitzender GKN Driveline, Zwickau

    Ich bin in der IG Metall, weil nur mit einer starken Arbeitnehmerorganisation gute Arbeits-und Lebensbedingungen gestaltet werden können!

  • Ronny Ott

    Schnellecke Logistics Sachsen GmbH, Glauchau

    Ich bin in der IG Metall, weil Sicherheit und soziale Errungenschaften nicht selbstverständlich sind.

  • Julia Pottel

    GKN Driveline Deutschland GmbH Werk Mosel, Zwickau

    Ich bin in der IG Metall, weil wir zusammen viele Ziele erreichen können, viele Ziele bisher erreicht haben und ich viele neue Geschichten und Gesichter kennen lernen kann.Gemeinsam sind wir stark.

  • Dirk Scheller

    GKN Driveline Deutschland GmbH Werk Mosel, Zwickau

    Ich bin Mitglied in der IG Metall, weil wir nur in der Gemeinschaft stark sind!

  • Mathias Faßke

    Vogtländisches Kabelwerk, Plauen

    Ich bin Mitglied in der IG Metall, denn um so mehr IG Metaller, desto wirkungsvoller können wir unsere Interessen durchsetzen. Für ein gutes Leben. Nur gemeinsam sind wir "Stark".

Pinnwand

  • Mitglied werden in der IG Metall
  • "Mein Leben - Meine Zeit" - Die Arbeitszeitkampagne der IG Metall
  • Aufstehen gegen Rassismus
  • "Die Würde des Menschen ist unantastbar!"
  • IG Metall Servicegesellschaft - Vorteile für Mitglieder der IG Metall