IG Metall Zwickau
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30.11.2020, 09:11 Uhr

TARIFRUNDE METALL- UND ELEKTROINDUSTRIE

Zukunftspaket geschnürt: Tarifkommissionen haben die Forderungen für die Tarifrunde beschlossen

  • 19.11.2020
  • Aktuelles

Die Tarifkommissionen der IG Metall im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen haben am 17. November ihre Forderungen für die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie beschlossen. Die Mitglieder der Tarifkommissionen haben ein Tarifpaket geschnürt, das mehr Geld, Beschäftigungssicherung, die Übernahme der Auszubildenden und dual Studierenden sowie Schritte in Richtung Angleichung der Arbeitsbedingungen im Osten beinhaltet.

Die Tarifkommissionen im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen tagten dieses Jahr digital. Fotos: Christian von Polentz/transitfoto.de

Dem Forderungsbeschluss ging eine lebhafte und sehr intensive Diskussion der Forderungen voraus, die wegen der Corona-Pandemie erstmals digital stattfand. Deutlich wurde dabei, dass das Thema Arbeitszeit im Osten für die Kolleginnen und Kollegen im Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen hohe Priorität hat.
 
„Die Diskussion hat gezeigt, dass die Arbeitszeit im Osten für unseren Bezirk das zentrale Thema ist, das die Menschen bewegt“, sagte Birgit Dietze, Bezirksleiterin der IG Metall und Verhandlungsführerin im Bezirk. Die Beschäftigten wollen sich demnach nicht mehr mit der Ungerechtigkeit abfinden, dass sie 30 Jahre nach der Deutschen Einheit immer noch drei Stunden pro Woche unbezahlt mehr arbeiten. „Diese Ungleichbehandlung verstehen die Beschäftigten in unserem Bezirk nicht mehr. Durch Aussitzen wird die Lage nicht besser. Wir müssen gemeinsam mit den Arbeitgebern eine Lösung finden, damit Populisten dieses Thema nicht zu ihrem machen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt steht hier mit auf dem Spiel.“ Es sei daher das Gebot der Stunde, die Schlechterstellung der ostdeutschen Beschäftigten bei Arbeitszeit und Stundenentgelten endlich zu beenden. „Um diesen Weg zu gehen, fordern wir ein Tarifliches Angleichungsgeld.“

Außerdem fordern die Tarifkommissionen zur Stärkung der Einkommen und zur Beschäftigungssicherung ein Volumen von vier Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Dies soll auch als Teillohnausgleich verwendet werden, wenn Betriebe die Arbeitszeit vorübergehend absenken, um Beschäftigung zu sichern.

Beschlossen haben die Mitglieder der Tarifkommissionen auch die Forderung nach Regelungen zur Sicherung der Ausbildung, Einbeziehung der dual Studierenden in die Flächentarifverträge und nach einer verbesserten Übernahme für alle Ausgebildeten. „Junge Facharbeiterinnen und Facharbeiter sowie Absolventen sind die Fachkräfte von morgen und daher ist es wichtig, ihnen eine Zukunft aufzuzeigen“, sagte Bezirksleiterin Birgit Dietze.

Am 26. November 2020 beschließt der Vorstand der IG Metall die endgültige Forderung. Die Entgelt- und Vergütungstarifverträge laufen am 31. Dezember 2020 aus, der Tarifvertrag „Beschäftigungssicherung und Beschäftigungsaufbau“ am 31. Januar 2021. Die Friedenspflicht endet damit am 1. März 2021 um 24.00 Uhr.


Stimmen aus den Tarifkommissionen

Detlef Nagel, Volkswagen Sachsen
Natürlich müssen wir das Thema Arbeitszeit jetzt angehen. Das muss neben der Entgeltforderung stehen. Auch die Frage der Übernahme müssen wir klären, denn die Jugend ist unsere Zukunft.

Thomas Rackwitz, Daimler Ludwigsfelde
Unser Werk ist gerade voll ausgelastet. Mit den Vertrauensleuten haben wir die Forderungen diskutiert. Wir sehen die Arbeitsbedingungen im Osten an vorderster Stelle. Mobilisierung ist bei uns kein Problem.

Sabrina Selle, ZF Brandenburg
Wir dürfen die Angleichung der Arbeitszeit nicht fallen lassen. TAG ist eine super Sache, um dies durchzusetzen.

Patric Succo, Mercedes Benz Werk Berlin-Marienfelde
Bei uns nutzt der Arbeitgeber gerade die Transformation, um 2000 von 2500 Stellen zu streichen. Wir stehen hinter den Forderungen, und dass wir mobilisieren können, haben wir gerade erst gezeigt.

Flugblatt zu den Forderungsbeschlüssen


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