ARBEITSZEIT

IG Metall stellt sich gegen politischen Druck für längere Arbeitszeiten: 35-Stunden-Woche im Osten nicht gefährden

10.07.2023 | Die IG Metall lehnt die Forderung von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nach längeren Arbeitszeiten ab. „Wir stellen uns gegen politischen Druck, hart errungene Fortschritte bei der Verkürzung der Arbeitszeit in Ostdeutschland wieder zurück zunehmen“, erklärte IG Metall-Bezirksleiter Dirk Schulze. „Ich warne davor, Erfolge wie die 35-Stunden-Woche in Ostdeutschland zu gefährden“, so Schulze.

Noch länger arbeiten? Nicht mit uns! Foto: IG Metall / Christian von Polentz

Der IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen erinnerte daran, dass gerade erst vor zwei Wochen mit Siemens Energy ein weiteres Schwergewicht in Ostdeutschland die 35-Stunden-Woche vereinbart habe. „Eine Debatte über längere Arbeitszeiten kommt zur Unzeit und geht an der Realität in den Betrieben vorbei“, betonte Schulze.

„Dort haben wir bereits für weit über 80 Prozent unserer Mitglieder in den verbandsgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie die 35 Stunden-Woche und damit die Angleichung der Arbeitszeiten auf den Standard im Westen durchgesetzt. Ein Zurückdrehen ist mit der IG Metall und ihren Mitgliedern nicht zu machen. Fachkräfte in Industrie und Handwerk gewinnt man mit attraktiven Arbeitszeitmodellen. Dazu gehören kürzere statt längere Arbeitszeiten.“

Auch der von Kretschmer geforderten Verlängerung der Lebensarbeitszeit erteilt die IG Metall eine eindeutige Absage, stellte Schulze klar. „Schon heute sind die Belastungen für viele Beschäftige so hoch, dass sie das gesetzliche Rentenalter nicht gesund erreichen können. Wer das Renteneintrittsalter erhöhen möchte, will in Wahrheit die Rentenleistungen kürzen. Das trifft auf den entschiedenen Widerstand der IG Metall.“

Von: cdr

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